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eSports ist ein neues Feld menschlicher Leistungsfähigkeit erlebt hat kometenhaften Aufstieg . In einem kürzlich erschienenen Blogbeitrag haben wir die Debatte darüber aufgegriffen, ob eSports eine olympische Disziplin sein sollte. Doch wie athletisch sind „Cyber-Athleten“ tatsächlich? Professor Ingo Froböse, ein deutscher Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln, hat sich jahrelang mit dieser Frage auseinandergesetzt und ist Experte auf diesem Gebiet geworden. Werfen wir einen Blick auf einige der überraschenden Eigenschaften von eSports-Stars.
Professor Frobose war der erste Forscher, der die neurophysiologischen Anforderungen an E-Sport-Profis und die Belastungen während eines Turniers untersuchte. Es stellte sich heraus, dass das, was oberflächlich betrachtet nur wie Tastatur- und Mausbetätigung aussieht, tatsächlich physiologisch sehr anstrengend ist.
„Wir waren besonders beeindruckt von den Anforderungen an die motorischen Fähigkeiten und deren Leistungsfähigkeit. Die E-Sportler erreichen bis zu 400 Bewegungen pro Minute auf Tastatur und Maus. Das Ganze ist asymmetrisch, da beide Hände gleichzeitig bewegt werden und verschiedene Hirnregionen gleichzeitig beansprucht werden.“
Als Sportwissenschaftler hatte Frobose zuvor noch nie eine derart starke Belastung des zentralen Nervensystems gesehen, nicht einmal bei Tischtennisspielern, die eine extrem hohe Hand-Augen-Koordination beherrschen müssen.
Tests der Leistungsparameter von E-Sport-Profis ergaben, dass deren Cortisolspiegel dem eines Formel-1-Fahrers entspricht. Zudem wurden Herzfrequenzen im Bereich von 160–180 Schlägen pro Minute festgestellt – vergleichbar mit schnellem Laufen.
Dies deutet darauf hin, dass die kognitiven Anforderungen im professionellen Gaming eine erhebliche körperliche Belastung erfordern. Aus diesem Grund schlussfolgerte Frobose: „Meiner Meinung nach sind eSports genauso anspruchsvoll wie die meisten anderen Sportarten, wenn nicht sogar anspruchsvoller.“
Ein weiterer Experte, der E-Sport-Moderator Futureman, betonte, dass kompetitives Gaming durchaus körperlich anstrengend sein kann: „Wenn man so lange sitzt und spielt, ist das auf eine andere Art und Weise belastend. Man wird mental müde, und das wirkt sich dann auch körperlich aus.“ Deshalb glaubt er, dass Profis vermehrt versuchen, ihre körperliche Fitness zu verbessern und mit Personal Trainern zu trainieren.
Die Karrieren von E-Sport-Stars sind bekanntermaßen kurz, manche beenden ihre Laufbahn sogar vor dem 20. Lebensjahr. Angesichts der Neuheit dieses Bereichs menschlicher Leistungsfähigkeit ist es möglich, dass sich Cyber-Athleten der physiologischen Belastungen durch bis zu 12 Stunden Training täglich, Jahr für Jahr, nicht bewusst sind.
Professor Frobose ist der Ansicht, dass viele dieser Athleten die Belastungen, denen sie ausgesetzt sind, nicht zu verstehen scheinen. Folglich nehmen sie unzureichende Nährstoffe zu sich und planen ihre Erholungsphasen nicht richtig ein. „Was fehlt, ist ein gleichmäßiger Stressabbau, also das Einplanen von Pausen nach Belastungsphasen, damit sich der Athlet erholen und die Ermüdung während des Wettkampfs überwinden kann.
Er schlägt vor, dass E-Sportler sich ähnlich wie Profisportler ernähren und regelmäßig körperlich trainieren sollten, um ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern. Seiner Ansicht nach könnte dies die Karriere um fünf Jahre oder mehr verlängern.
„Mein Rat lautet: Gaming ist mehr als nur Videospiele spielen. Es ist ein komplexes Zusammenspiel vieler verschiedener, meist kognitiver Fähigkeiten. Um diese Fähigkeiten zu verbessern und nachhaltige Ergebnisse zu gewährleisten, ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich.“
Tatsächlich wenden sich einige der größten E-Sport-Teams mittlerweile der Sportwissenschaft zu, um ihre Leistung zu steigern, und nutzen unter anderem NeuroTracker , um ihre mentale Leistungsfähigkeit zu verbessern. Das bedeutet, dass wir in den kommenden Jahren wahrscheinlich Cyber-Athleten erleben werden, die die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit neu definieren.
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