eSports
NeuroTrackerX Team
20. November 2019
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Neue Forschungsergebnisse zur Psyche von E-Sportlern zeigen, dass diese bei der Teilnahme an professionellen Turnieren einer Vielzahl psychischer Belastungen ausgesetzt sind. Damit ist ihre Leistung im digitalen Raum vergleichbar mit dem mentalen Druck, dem Profifußballer und Rugbyspieler ausgesetzt sind. Diese Studie erweitert den noch jungen, aber schnell wachsenden Forschungsbereich des E-Sports und unterstreicht die Parallelen zwischen E-Sport und traditionellen Sportarten. Im Folgenden gehen wir näher auf die Ergebnisse der Forschung ein.

Was wurde untersucht?

Eine im International Journal of Gaming and Computer-Mediated SimulationsStudie von Forschern der University of Chichester untersuchte Elite-E-Sport-Profis, die an großen Counter-Strike -Wettbewerben teilnehmen. Die University of Chichester, ein Zentrum für E-Sport-Forschung, bietet sogar einen Bachelor-Studiengang (BA Hons) mit Schwerpunkt auf der Wissenschaft des Gamings an.

Die Forscher untersuchten die Stressfaktoren, denen Spitzenspieler ausgesetzt sind, und die damit verbundenen Bewältigungsstrategien – ein Forschungsgebiet, das bisher noch nie untersucht wurde. Mithilfe von ausführlichen psychologischen Interviews und deduktiver Analyse tauchten sie in die Psyche der Online-Sportler ein und verglichen die Ergebnisse mit ähnlichen Studien im Profisport.

Was wurde gefunden?

Es wurden 51 verschiedene Arten von psychologischen Stressfaktoren im Wettkampf identifiziert. Zu den offensichtlichen Stressfaktoren zählten die Präsenz auf der großen Bühne inmitten des Jubels riesiger Menschenmengen oder Millionen von Online-Zuschauern sowie die damit einhergehende Medienaufmerksamkeit und die zahlreichen Interviews.

Doch im Gegensatz zu diesen externen Faktoren spielten interne Stressquellen eine bedeutendere Rolle. Dazu zählten insbesondere der Druck innerhalb des Teams. Beispielsweise konnten Kommunikationsprobleme dazu führen, dass Spieler unter Druck übermäßig aggressiv gegeneinander vorgingen oder sich völlig voneinander abkapselten. Dieser Effekt verstärkte sich, wenn unterschiedliche Strategievorstellungen die Teamziele spalteten.

Wie im traditionellen Sport kann auch in E-Sport-Spielen wie Dota 2, Counter-Strike oder Starcraft 2dramatische negative Folgen haben. Angesichts der heutzutage immer höheren Preisgelder können solche Fehler einen Spieler und seine Teamkollegen buchstäblich zig Millionen Dollar. Erschwerend kommt hinzu, dass E-Sport-Stars häufig unter Burnout leiden und ihre Karrieren extrem kurz halten – typischerweise beenden sie ihre Laufbahn mit Anfang zwanzig.

Die Quintessenz ist, dass E-Sport-Stars viel zu besprechen hätten, wenn sie Sportstars wie Ronaldo, Steph Curry oder Tom Brady treffen würden.

Bewältigungsstrategien

Erstmals diskutierten E-Sport-Profis detailliert ihre Methoden, mit dem Druck der großen Wettbewerbe umzugehen. Diese Strategien ließen sich in vier Kategorien einteilen.

Emotionsregulation – Anwendung von Selbstregulationstechniken wie Atemkontrolle und Entspannung sowie positiven Affirmationen wie „Wir schaffen das!“ in schwierigen Situationen.
Problemmanagement – ​​Nutzung der internen Teamkommunikation nach den Spielen, um das Geschehene zu analysieren und Probleme im Team zu lösen.
Herangehensweise – klare Definition und Zuweisung von Spielerrollen und -verantwortlichkeiten sowie optimale Nutzung von Trainingslagern.
Vermeidungsstrategien – bewusster Versuch, die Auswirkungen von Stressfaktoren wie Kommunikationsproblemen im Team während des Wettkampfs zu minimieren.

Dr. Phil Birch, Mitglied des Forschungsteams, kommentierte die Bedeutung der Ergebnisse.

„Wir haben festgestellt, dass Gamer bei Wettkämpfen auf höchstem Niveau erheblichem Stress ausgesetzt sind. Indem wir diese Stressfaktoren isolieren, können wir E-Sportlern helfen, effektive Bewältigungsstrategien zu entwickeln, um mit diesem Stress umzugehen und ihre Leistung beim Spielen auf höchstem Niveau zu optimieren.“

Das Spiel auf die nächste Stufe heben

Da E-Sport in den letzten Jahren einen enormen Popularitätsschub erlebt hat, hat die professionelle Gaming-Branche zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Leistung auf das Niveau des Spitzensports zu professionalisieren. Dies betrifft insbesondere die physischen Anforderungen des E-Sports, einschließlich Ernährung und Fitness.

Der nächste Trend geht hin zur mentalen Leistungssteigerung, weshalb E-Sport-Trainingslager immer mehr sportwissenschaftlichen Einrichtungen ähneln. Wie Sie hier sehen können, beinhaltet dies den Einsatz NeuroTracker und anderer kognitiver Trainingstechnologie.

Diese neue Studie zeigt, dass die psychologische Komponente genauso wichtig ist und liefert damit eine weitere Parallele zu traditionellen Sportarten. Rob Black, Chief Operating Officer von ESL, dem weltweit führenden E-Sport-Unternehmen, sagte:

„In unserer Branche ist uns schon lange bekannt, dass Stressfaktoren die Leistung von Spitzenspielern negativ beeinflussen können. Diese Studie belegt dies und bestätigt unsere jahrelange Erfahrung. Weitere Entwicklungen in diesem Bereich sind notwendig und werden entscheidend dafür sein, dass die Zahl der Profispieler weltweit weiter wächst.“

Wenn Sie mehr über das neue Phänomen eSports erfahren möchten, dann schauen Sie sich diese Blog-Zusammenstellung an.

4 Blogs darüber, warum eSports so beeindruckend ist

Studienreferenz: Matthew J. Smith, Phil DJ Birch, Dave Bright. Identifying Stressors and Coping Strategies of Elite Esports Competitors. International Journal of Gaming and Computer-Mediated Simulations, 2019; 11 (2): 22 DOI: 10.4018/IJGCMS.2019040102

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