Ziel dieses mehrjährigen Forschungsprojekts war die Entwicklung von Methoden zur Beurteilung der Wirksamkeit von Schulungen (einschließlich realer und simulierter Plattformen) durch Validierung von Messgrößen der kognitiven Belastung, die den Kompetenzerwerb charakterisieren.
Zehn Testpiloten (mit 100–300 Flugstunden Erfahrung) wurden ausgewählt, um unter experimentellen Bedingungen Flugmanöver mit niedrigem, mittlerem und hohem Schwierigkeitsgrad sowohl in einem Jet-Flugsimulator als auch im realen Jet-Flug (Aero Vodochody L-29 Jet-Trainer) durchzuführen. Während des Fluges wurden EKG-Daten (NeXus-4) und Blickbewegungsdaten (Dikablis) erfasst. Die Flugleistung wurde hinsichtlich Höhen-, Roll- und Steiggeschwindigkeitsfehlern analysiert, und die kognitive Belastung wurde subjektiv anhand der 10-Punkte-Bedford-Arbeitsbelastungsskala bewertet. Als validiertes Instrument zur Beurteilung perzeptiv-kognitiver Fähigkeiten wurde NeuroTracker ausgewählt, um die kognitive Reservekapazität über externe Belastung (Theorie der kognitiven Belastung) zu messen. Alle Piloten absolvierten zunächst ein NeuroTracker Konsolidierungstraining zu Hause (15 Kernsitzungen). NeuroTracker wurde in die Flugtestumgebung integriert. Alle Piloten führten die Flugmanövertests mit niedrigem, mittlerem und hohem Schwierigkeitsgrad sowohl ohne NeuroTrackerals auch parallel zu NeuroTracker Kernsitzungen durch.
Im Vergleich zur alleinigen Durchführung NeuroTracker führte der Flug in realen und simulierten Umgebungen über alle Flugmanöver hinweg zu einer drastischen Senkung der NeuroTracker Geschwindigkeitsschwellenwerte (durchschnittlich um ca. 97 %). Dies belegt möglicherweise erstmals objektiv, dass der Flug mit einem Jet eine sehr hohe intrinsische kognitive Belastung mit sich bringt. Der Flug in der Realität resultierte in niedrigeren NeuroTracker Geschwindigkeitsschwellenwerten und einer geringeren physiologischen Leistungsfähigkeit als der simulierte Flug, wobei die Unterschiede bei komplexeren Flugmanövern deutlicher ausfielen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die physiologische und kognitive Belastung im realen Flug deutlich höher ist und stützen die Theorie, dass sich die Hirndynamik in realen Umgebungen von der im Labor unterscheidet.

NeuroTracker Baselines sind ein starker Prädiktor für verschiedene Leistungskennzahlen simulierter Fluglotsenfähigkeiten.
Die Untersuchung der NeuroTracker -Baselines kann ein Indikator für die Leistung bei Aufgaben der Flugsicherung sein.
46 Teilnehmer absolvierten 2 Stunden an Beurteilungen, darunter eine NeuroTracker Baseline, den Corsi Block Tapping Test und den Automated Operation Span Test, gefolgt von einer simulierten Fluglotsenaufgabe.
Nach Berücksichtigung von Alter und Videospielkonsum sagte NeuroTracker anhand seiner Basiswerte die korrekte Erkennung von Flugzeugkonflikten, weniger Fehlalarme und eine schnellere Flugzeugübergabe signifikant voraus. NeuroTracker erwies sich als aussagekräftigerer Prädiktor für diese Ergebnisse als die Tests „Corsi Block Tapping“ und „Automated Operation Span“. Die Forscher schlussfolgerten, dass die Ergebnisse zeigen, dass NeuroTracker für die Bewerberauswahl und die Personalauswahl im Bereich der Flugsicherung nützlich sein könnte.
