Eine kritische systematische Überprüfung des NeuroTracker -Tools für perzeptiv-kognitives Training

Eine systematische Überprüfung, die die wissenschaftlichen Belege für NeuroTrackerauswertete, kam zu dem Schluss, dass das Tool zuverlässig aufgabenspezifisches Lernen ermöglicht, die Evidenz für Fernwirkungseffekte jedoch methodisch begrenzt bleibt.

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Wissenschaftliche Rezensionen

Januar 2021

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Psychonomic Bulletin & Review

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Ziel

Um die wissenschaftlichen Belege für NeuroTracker als Instrument des perzeptiv-kognitiven Trainings systematisch zu bewerten, wird sowohl (1) geprüft, ob es die behaupteten kognitiven Funktionen trainiert, als auch (2) ob sich das Training auf andere Bereiche, insbesondere auf die Leistung in der realen Welt, übertragen lässt.

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Verfahren

  • Systematische Übersichtsarbeit gemäß PRISMA-Richtlinien zu 29 begutachteten NeuroTracker Studien. Untersucht wurden Interventionsstudien, Korrelationsstudien und theoretische Arbeiten. Es wurde zwischen Nahtransfer (ähnliche Aufgaben) und Ferntransfer (ökologisch valide, alltagsnahe Aufgaben) unterschieden.
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    Ergebnis

    NeuroTracker führt durchgängig zu Verbesserungen bei der trainierten 3D-MOT-Aufgabe (robustes aufgabenspezifisches Lernen). Es liegen zwar Hinweise auf einen Transfer in naher Richtung vor, jedoch sind einige Studienergebnisse inkonsistent oder durch kleine Stichproben oder methodische Schwächen eingeschränkt. Hinweise auf einen Transfer in ferner Richtung existieren nur in wenigen Studien mit uneinheitlichen Ergebnissen – zwei von drei Studien zum Transfer in ferner Richtung berichteten über keinen signifikanten Effekt. Zu den methodischen Mängeln der bestehenden Forschung zählen fehlende Vorregistrierung, unzureichende Stichprobengrößen, nicht übereinstimmende Kontrollgruppen und inkonsistente Berichterstattung über die Transferergebnisse. Die Autoren argumentieren zudem, dass die kognitiven Prozesse, die der 3D-MOT zugrunde liegen, komplex sind und nicht vollständig mit einigen Marketingaussagen übereinstimmen.

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    Eine systematische Überprüfung von Wahrnehmungs- und kognitiven Trainingsparadigmen im interaktiven Sport, bei der die Trainingskonzepte und die Evidenz für den Transfer auf die Leistungsergebnisse bewertet werden.

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    Deutsche Zeitschrift für Bewegungs- und Sportforschung

    Ziel dieser Studie ist es, Erkenntnisse aus Untersuchungen zum perzeptiv-kognitiven Training in interaktiven Sportumgebungen zusammenzutragen und dabei sowohl die Trainingsarchitektur als auch die Transferwirkungen auf die sportliche Leistung zu bewerten.

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    Trainingsprogramme führen zwar durchgängig zu Verbesserungen bei trainierten Aufgaben (naher Transfer), doch die Evidenz für einen breiteren Leistungstransfer ist aufgrund fehlender Studien sehr begrenzt. Die Variabilität in Aufgabenspezifität, Ergebnismessungen und Studiendesign erschwert die Generalisierbarkeit. Eine NeuroTracker Studie lieferte jedoch zuverlässige Belege für einen langfristigen Transfer in den Spitzensport. Die Übersichtsarbeit betont, dass sich zukünftige Forschung auf kritische Faktoren konzentrieren sollte, um den Transfer von perzeptiv-kognitiven Trainingsinterventionen sicherzustellen.

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    Siebzehn der 18 Studien berichteten über statistisch signifikante Verbesserungen der Reaktionszeit, mit Zuwächsen zwischen 5 % und 27 %. Die Wahlreaktionszeit zeigte konsistentere Verbesserungen als die einfache Reaktionszeit, was auf einen perzeptiv-kognitiven Beitrag zu den Trainingseffekten hindeutet. Stroboskopische und perzeptiv-kognitive Interventionen, darunter 3D-MOT/NeuroTracker, erzielten einige der größten berichteten Verbesserungen. Heterogenität der Protokolle, begrenzte Langzeitbeobachtungen und wenige ökologisch valide Transfermessungen wurden jedoch als wesentliche methodische Einschränkungen genannt

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