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Eines der verwirrendsten Dinge, die mir Eltern erzählen, ist Folgendes:

„Mein Kind ist so intelligent… warum hat es dann solche Schwierigkeiten?“

Sie lesen möglicherweise über ihrem Klassenstufenniveau, stellen tiefgründige Fragen oder lösen komplexe Probleme schnell.
Gleichzeitig können sie aber auch:

  • Vergessen Sie einfache Anweisungen
  • Vermeiden Sie grundlegende Aufgaben
  • Schwierigkeiten, mit den Hausaufgaben anzufangen
  • wegen Kleinigkeiten ausrasten

Diese Kombination kann sich widersprüchlich anfühlen.

Das ist es nicht.

Die Kernfrage: Intelligenz und Selbstregulation sind nicht dasselbe

Konzept: Anstrengungsvolle Aufmerksamkeit

Hochbegabte Kinder mit ADHS verfügen oft über starke kognitive Fähigkeiten, aber schwächere Selbstregulationssysteme.

Das sind zwei völlig unterschiedliche Aspekte der Funktionsweise des Gehirns.

  • Intelligenz ermöglicht es einem Kind, zu verstehen, zu argumentieren und tiefgründig nachzudenken.
  • Selbstregulation ermöglicht es einem Kind, diese Fähigkeit in realen Situationen konsequent anzuwenden.

Ein Kind kann in einem Bereich sehr weit entwickelt sein und im anderen Bereich noch in der Entwicklung.

Das ist der Grund, warum ein Kind etwas brillant erklären kann…
und dann fünf Minuten später Schwierigkeiten hat, eine einfache Aufgabe zu erledigen.

Warum das so verwirrend ist (für alle)

1. Die Erwartungen stimmen nicht mehr überein

Wenn ein Kind über hohe Fähigkeiten verfügt, erwarten Erwachsene natürlich, dass diese Leistungen konstant bleiben.

Lehrer denken vielleicht:
„Sie verstehen das – also sollten sie es auch können.“

Eltern denken vielleicht:
„Das haben sie schon einmal gemacht – warum nicht jetzt?“

Bei ADHS geht es bei der Leistungsfähigkeit jedoch nicht nur um die Begabung.
Es geht darum, ob das Gehirn in dem jeweiligen Moment auf diese Begabung zugreifen und sie anwenden kann.

2. Auch das Kind spürt die Lücke

Hochbegabte Kinder mit ADHS sind sich ihrer eigenen Unbeständigkeit oft sehr bewusst.

Sie wissen, dass sie dazu fähig sind.

Wenn sie also nicht durchhalten können, ist die innere Erfahrung nicht:

„Ich will das nicht tun.“

Es ist oft näher an:

„Ich verstehe nicht, warum ich das nicht tun kann.“

Im Laufe der Zeit kann dies zu Folgendem führen:

  • Frustration
  • Scham
  • Selbstzweifel
  • Vermeidung

3. Fähigkeiten entwickeln sich ungleichmäßig

Dies wird manchmal auch als asynchrone Entwicklung.

Ein Kind könnte Folgendes haben:

  • fortgeschrittenes logisches Denken
  • starke verbale Fähigkeiten
  • hohe Kreativität

Aber die Entwicklung geht weiter:

  • Aufgabeninitiierung
  • Emotionsregulation
  • Arbeitsgedächtnis
  • Beharrlichkeit unter Schwierigkeiten

Von außen betrachtet wirkt es also widersprüchlich.
Intern handelt es sich jedoch um eine Entwicklungsstörung, nicht um einen Widerspruch.

Warum „sich mehr anstrengen“ das Problem nicht löst

Hier scheitern viele gut gemeinte Strategien.

Wenn es am Aufwand läge, würden Erinnerungen, Druck oder Konsequenzen helfen.

geht Regulierung, verschlimmert zusätzlicher Druck die Situation oft nur.

Das Gehirn wird zu:

  • noch mehr überfordert
  • eher vermeidend
  • weniger in der Lage zu engagieren

Aus diesem Grund schneiden hochbegabte Kinder mit ADHS unter Druck oft schlechter, selbst wenn ihnen etwas sehr wichtig ist.

Was tatsächlich hilft

Konzept: Klarheit und Unterstützung

1. Fähigkeit und Leistung trennen

Statt zu fragen:
„Warum tun sie das nicht?“

Versuchen Sie, die Frage umzuformulieren:
„Was hindert sie daran, ihr Wissen anzuwenden?“

Dadurch verlagert sich der Fokus von Schuldzuweisungen hin zu Verständnis.

2. Fehlende Kompetenzen fördern

Wenn ein Kind Schwierigkeiten hat mit:

  • Aufgaben starten → Unterstützungsinitiierung
  • Konzentration bewahren → Aufmerksamkeit unterstützen
  • Umgang mit Frustration → Unterstützungsregulierung

Das Ziel besteht nicht darin, mehr Druck auszuüben, sondern die Systeme aufzubauen, die es ihnen ermöglichen, sich zu zeigen.

3. Die emotionalen Kosten der Inkonsistenz reduzieren

Wenn Kinder das Gefühl haben, für ihre Unbeständigkeit verurteilt zu werden, ziehen sie sich oft zurück.

Wenn sie sich verstanden fühlen, bleiben sie engagiert.

Einfache Verschiebungen wie:

  • Anerkennung der Bemühungen
  • Normalisierungsschwierigkeiten
  • Druckentlastung bei geringer Kapazität

kann im Laufe der Zeit einen erheblichen Unterschied ausmachen.

4. Schaffen Sie Bedingungen, unter denen Erfolg wahrscheinlich ist

Hochbegabte Kinder mit ADHS profitieren von:

  • strukturierte Umgebungen
  • klare Schritte
  • erreichbare Ausgangspunkte
  • sichtbarer Fortschritt

Wenn Erfolge wiederholbar werden, wächst das Selbstvertrauen.

Schlussbetrachtung

Konzept: Fortschritt und kleine Schritte

Wenn ein hochbegabtes Kind mit ADHS sowohl fortgeschritten als auch leistungsschwach erscheint, ist das kein Widerspruch.

Es spiegelt wider, wie sich verschiedene Teile des Gehirns unterschiedlich schnell entwickeln.

Dies zu verstehen, verändert alles.

Statt zu fragen:
„Warum schöpfen sie ihr Potenzial nicht aus?“

Wir beginnen uns zu fragen:
„Welche Unterstützung benötigen sie, um ihr Potenzial beständig zu entfalten?“

Und genau da beginnt der wirkliche Fortschritt.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf BreakThroughADHD.com

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