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Ich beschäftige mich seit fast meinem ganzen Leben mit der Leistungsoptimierung und das Streben danach, sie zu verstehen, hat mich als Trainer über Jahrzehnte hinweg leidenschaftlich begleitet. Grundlegende kognitive Übungen habe ich schon immer in meine Trainingsprogramme integriert, doch erst nach meinem Wechsel zu Manchester United wurde mir klar, dass die kognitiven Fähigkeiten den Unterschied zwischen Topspielern und wirklich herausragenden Spielern ausmachen. Überrascht war ich, wie wenig es an Möglichkeiten gab, die kognitiven Komponenten der Leistungsfähigkeit gezielt zu trainieren. Glücklicherweise erhielt ich Fördermittel für die Erforschung neuer Technologien und reiste daher zur Universität Montreal, um NeuroTracker zu untersuchen, damals noch eine Labortechnologie, die nur wenigen kanadischen Olympioniken zugänglich war. Nachdem ich unzählige Profisportler durch weit über 10.000 NeuroTracker Sitzungen geführt habe, bin ich von dieser Methode absolut überzeugt – sie ist fester Bestandteil meines Coachings.

Im Laufe der Zeit hat sich vieles weiterentwickelt. Eine zentrale Erkenntnis war, dass man die kognitive Belastungsgrenze eines Athleten ermitteln kann. Bei guter Kondition lassen sich dann komplexe Doppelaufgaben hinzufügen, an die sich der Athlet anpassen und mitunter sogar übertreffen kann. Wahre Spitzenleistungen gehen stets mit dynamischer Komplexität und kognitiver Überlastung einher – erst das Überschreiten dieser Grenzen verschafft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Vereinfacht gesagt, konzentriert sich mein Coaching mittlerweile darauf, Athleten leistungsrelevante Übungen unter zunehmend höherer kognitiver Belastung durchführen zu lassen. Es handelt sich dabei keineswegs um einen Alles-oder-Nichts-Ansatz. Die Finesse entsteht zunächst durch das Isolieren und Trainieren kognitiver und physischer Prozesse auf fundamentaler Ebene, bevor die Komplexität erst dann hinzugefügt wird, wenn der Athlet bereit dafür ist. Andernfalls findet kein Lerneffekt statt, sondern nur unnötige Störungen.

Ich habe Elite Lab vor einigen Jahren gegründet, um ein Fitnessstudio von Grund auf nach dieser Methodik aufzubauen. Dabei kommen zahlreiche kognitive Trainingstechnologien sowie grundlegende Ausrüstungsgegenstände wie Schlagpolster, Lichtschalter und sogar Laserpointer zum Einsatz. Durch die Kombination dieser Elemente lässt sich das Ziel erreichen, einen Athleten mit einem sehr flexiblen Schwierigkeitsspektrum unter Druck zu setzen – und das ist entscheidend. Ein Beispiel für den Unterschied, den dies ausmachen kann, ist das Spezialprogramm, das wir mit Aaron Cook im Taekwondo durchgeführt haben. Er kam zu mir, ohne den entscheidenden Vorteil im Wettkampf zu haben, reagierte aber schnell und erstaunlich gut auf das Training. Dies bestätigte sich, als er den Weltmeister seiner Gewichtsklasse mit einem Roundhouse-Kick ausknockte – etwas, das in diesem Sport nur selten gelingt. Seitdem hat er seinen Erfolgskurs fortgesetzt und peilt in Rio die Goldmedaille an, wo er als Favorit ins Rennen geht.

Ich glaube, das ist erst der Anfang. Technologien entwickeln sich rasant, ebenso wie die Leistungswissenschaft. Vor zehn Jahren war Kraft- und Konditionstraining im Fußball noch relativ neu, heute ist es der Standard im Training jeder Mannschaft. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir im Bereich der kognitiven Dimension eine noch größere Revolution erleben werden.

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