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Sie gehen wahrscheinlich davon aus, dass Sie 3D-Informationen genauso wahrnehmen wie die meisten Menschen. Eine aktuelle NeuroTracker Studie von Professor Faubert am Faubert-Labor, wurde, zeigt jedoch, dass dies nicht der Fall sein muss. Die Art und Weise, wie wir die dreidimensionale Welt um uns herum wahrnehmen, kann von Mensch zu Mensch stark variieren. Wir werden uns hier ansehen, warum.

Was ist 3D?

Die Wahrnehmung von 3D-Informationen ist nicht so einfach, wie es klingt. Beispielsweise interpretiert unser Gehirn flache Bilder wie Fotos oder Kinoleinwände visuell als überzeugende 3D-Effekte. Das liegt daran, dass verschiedenste Hinweise wie Perspektive, Farben, Tonwertabstufungen und Kontext genutzt werden, um die Positionen aller Objekte in unserem Sichtfeld zu erfassen.

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Ein besonders leistungsstarkes System zur Wahrnehmung von Entfernung und Struktur von Objekten ist die sogenannteStereopsis(oder stereoskopische Tiefenwahrnehmung). Sie nutzt dasbinokulare Sehen– das Sehen mit zwei Augen.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Binocular_vision.svg

Stereopsis bedeutet im Wesentlichen, dass das Gehirn die unterschiedlichen Blickwinkel beider Augen nutzt, um die Tiefe hochpräzise zu berechnen. Diese Verarbeitung des stereoskopischen Sehens nutzt höhere Hirnfunktionen.

Dynamische Szenen

Die Stereopsis zur Wahrnehmung statischer Objekte ist recht gut erforscht. Anders sieht es jedoch aus, wenn es um die Wahrnehmung eines oder mehrerer Objekte geht, die sich schnell in einem weiten Sichtfeld bewegen. Die Dinge werden deutlich komplexer, insbesondere da das Stereosehen nicht nur für das fokussierte Sehen, sondern auch für das periphere Sehen. Aus diesem Grund ist es ein aktives Forschungsgebiet der Sehforschung.

Es ist ein wichtiges Thema. Bei der Verarbeitung dynamischer Szenen bietet das Stereosehen einen entscheidenden Vorteil. Wir verlassen uns in Alltagssituationen auf diese Form der 3D-Wahrnehmung, beispielsweise beim Autofahren, beim Navigieren durch eine belebte Straße oder beim Sport. Versuchen Sie einfach mal, einen Ball einhändig mit einem geschlossenen Auge zu fangen, und Sie werden merken, wie nützlich es ist.

Isolierung des Stereosehens mit NeuroTracker

Professor Faubert wollte untersuchen, inwieweit wir Stereopsis zur Verarbeitung dynamischer Szenen nutzen und ob dies je nach Bevölkerungsgruppe variiert. Dazu testete er drei Gruppen mit NeuroTracker: gesunde Kinder, Erwachsene und ältere Menschen.

Jede Person führte eine Basismessung sowohl in Stereo (mit Active 3D und Brille) als auch in Nicht-Stereo (ohne Active 3D und Brille) durch. Die Unterschiede in den Basismessungen zeigten genau, welchen Vorteil jede Person durch die Durchführung NeuroTracker mit Stereosehen erzielte.

Was wurde gefunden

In allen Gruppen ermöglichte das Stereosehen den Teilnehmern, bei NeuroTrackerbessere Leistungen zu erzielen.

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0188373

Für Erwachsene war der Vorteil groß, für Kinder, deren Gehirne sich noch in der Entwicklung des räumlichen Sehens befinden, etwas geringer. Bei älteren Menschen war er jedoch deutlich reduziert. Tatsächlich hatten Erwachsene mit einer Active-3D-Brille einen etwa viermal größeren Vorteil als ältere Menschen.

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0188373

Was die Ergebnisse bedeuten

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass höhere Hirnprozesse, die für die Wahrnehmung dynamischer stereoskopischer Informationen zuständig sind, stark vom normalen Alterungsprozess beeinflusst werden. Hinsichtlich der Auswirkungen auf den Alltag zeigten zwei separate Studien (1 & 2), dass niedrigere NeuroTracker Ausgangswerte (mit Active 3D) signifikant mit einem erhöhten Unfallrisiko beim Autofahren korrelierten.

Interessanterweise zeigte eine separate Studie von Professor Faubert, dass ältere Menschen zwar anfänglich NeuroTracker niedrigere wurde außerdem festgestellt , dass solche NeuroTracker Verbesserungen bei älteren Menschen zu einer verbesserten Fähigkeit zur Verarbeitung menschlicher Bewegungen führen.

Aus dieser Perspektive könnte NeuroTracker dazu genutzt werden, Schwächen im Stereosehen zu identifizieren und diese anschließend durch Training zu verbessern. Professor Faubert betonte die Bedeutung der Lernfähigkeit und der Übertragbarkeit auf reale Anwendungsfälle.

„Man kann sehen, wie sich die Leistung bei dieser Aufgabe stetig verbessert. Diese Verbesserung, die wir deutlich im NeuroTracker -Wert erkennen, korreliert mit realen Funktionen. Ob es nun um Aufmerksamkeitsmessungen, Gehirnfunktionen, sportliche Leistungen oder die Antizipation von Bewegungen zur Vermeidung von Kollisionen geht – es geht darum, das Gehirn effizienter zu machen.“

NeuroTracker -Studien

Einfluss von Alter und Stereopsis auf eine Aufgabe zur Verfolgung mehrerer Objekte

Schwellenwerte für die Geschwindigkeit bei der dreidimensionalen Verfolgung mehrerer Objekte korrelieren mit Messgrößen der simulierten Fahrleistung älterer Fahrer

Fahrsimulator-Szenarien und Maßnahmen zur realitätsnahen Bewertung riskanten Fahrverhaltens: Eine vergleichende Studie verschiedener Fahrer-Altersgruppen

Gesunde ältere Beobachter zeigen bei der Verfolgung mehrerer Objekte vergleichbare Vorteile eines perzeptiv-kognitiven Trainings wie junge Erwachsene

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