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ist in vollem Gange geschäftigste Einkaufszeit . Überall versuchen die Geschäfte, Kunden mit verlockenden Angeboten und attraktiven Waren zu ködern. Kommt es Ihnen nicht auch so vor, als ob man beim Weihnachtseinkauf leicht in Kaufrausch gerät? Oder sich freut, wenn man das begehrte Produkt mit 75 % Rabatt entdeckt?

Wenn Sie diese Gefühle kennen, sind Sie nicht allein. Tatsächlich ist unser Gehirn chemisch darauf programmiert, auf Sonderangebote zu reagieren. Für manche von uns sind Schilder mit Aufschriften wie „Nur heute“, „Räumungsverkauf“ oder „50 % Rabatt“ nicht viel anders als der Lockruf anderer Süchte, etwa Alkohol-, Drogen- oder sogar Esssucht.

Dopaminrausch

Man muss nicht einmal als Kaufsüchtiger , um beim Einkaufen einen Kaufrausch zu erleben. Deshalb fällt es selbst Gelegenheitskäufern schwer, an der Kasse Selbstbeherrschung zu üben. Forscher der Stanford University fanden heraus , dass beim Anblick von Bildern von Artikeln, die man kaufen möchte, eine Hirnregion mit Dopaminrezeptoren aktiviert wird.

im Allgemeinen Dopaminrezeptoren aktiviert, wenn wir etwas Neues, Aufregendes oder Herausforderndes erleben. Das kann vom Genuss einer leckeren Mahlzeit bis zum Gewinn eines Wettkampfs reichen. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der die Belohnungs- und Lustzentren des Gehirns. Er ermöglicht es uns nicht nur, Belohnungen wahrzunehmen, sondern auch aktiv darauf hinzuarbeiten.

Wenn man beim Einkaufen reduzierte Artikel sieht, löst das ein Gefühl sofortiger Befriedigung aus. Je besser man sich über einen Kauf fühlt, desto wahrscheinlicher ist es, dass man weiter einkauft. Doch im Nachhinein können, ähnlich wie bei Alkohol- oder Drogenabhängigen, starke Schuldgefühle aufkommen. Um diesen Rausch erneut zu erleben, kaufen wir aber immer wieder ein.

Irrationalität und Impulsivität

Dopamin trägt auch zur Regulierung von Bewegungen und emotionalen Reaktionen bei. Tatsächlich treffen wir Kaufentscheidungen meist blitzschnell und ohne viel rationales Nachdenken. Wenn uns der Preis anspricht, wenden wir nicht den üblichen Prozess der Abwägung der Folgen.

Dieselbe Denkweise hilft uns beispielsweise, Nachlässigkeiten bei einer Arbeitspräsentation zu vermeiden oder leichtsinniges Verhalten zu überdenken. Solche Entscheidungen werden oft unbewusst getroffen. Während der Kaufbegeisterungkommt es zu einem Anstieg der Hirnwellen. Dies führt zu einer emotionalen Bindung an ein bestimmtes Produkt.

In den meisten Fällen werden diese Impulse durch unsere bisherigen Erfahrungen mit bestimmten Marken ausgelöst. Sie können aber auch entstehen, wenn wir Artikel auf unserer Wunschliste entdecken. Viele von uns sind nicht unbedingt süchtig nach den Dingen, die wir kaufen, sondern eher nach dem Nervenkitzel der Jagd. MRT-Studien der Hirnaktivität legen nahe, dass Dopamin-Ausbrüche viel stärker mit der Vorfreude auf ein Erlebnisals mit dem Erlebnis selbst. So entstehen Wohlbefindensgefühle bereits, wenn ein Käufer nur ans Einkaufen denkt. Dies kann Tage oder sogar Wochen vor dem eigentlichen Besuch im Geschäft geschehen.

Kampf-oder-Flucht-Reaktion

Während eines Verkaufsgesprächs übernimmt das autonome Nervensystem (das System, das unsere Kampf-oder-Flucht-Reaktion auslöst) reflexartig die Kontrolle über einige Organe. Dadurch entsteht eine gesteigerte Körperreaktion, ähnlich derjenigen, die frühe Menschen bei der Begegnung mit Raubtieren zeigten. Es kann schwierig sein, dem Kaufimpuls bei einem attraktiven Artikel zu widerstehen, wenn das Gehirn in den „Wettbewerbsmodus“ schaltet.

Dies geschieht aus Angst, etwas zu verpassen; wenn man es nicht kauft, tut es jemand anderes. Bekannt als die Theorie der Verlustaversion, löst der Kaufzwang bei Verkäufen eine Bedrohung durch einen möglichen Verlust aus. Infolgedessen überschätzen wir Verluste irrationalerweise etwa doppelt so stark wie Gewinne.

Andererseits erleben manche Käufer beim Einkaufen einen langsameren Herzschlag, weniger Angst und ein Gefühl der Begeisterung. Wir alle kennen den Begriff „Einkaufstherapie“ als Mittel zur Entspannung und zum Abschalten vom Alltag.

Der Nervenkitzel der Jagd

Gönnen Sie sich in dieser Weihnachtszeit ruhig ein paar Schnäppchen. Bedenken Sie aber, dass die Kauflust leicht geweckt werden kann. Einkaufen fühlt sich dann wie eine Schatzsuche an. Doch Sie überschätzen vielleicht die Freude, die Sie empfinden werden, wenn Sie endlich das Richtige gefunden haben. Denken Sie daran, bevor Sie Ihre Kreditkarte zücken. Viel Spaß beim Stöbern!

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