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Die perzeptiv-kognitive Domäne – ein neues Paradigma für sportliche Leistungen

Für „The Playmaker's Advantage“ wollte ich ein Buch schreiben, um die meiner Meinung nach wichtigste Botschaft im Sport zu vermitteln: Das perzeptiv-kognitive System muss als zentraler Faktor für das sportliche Leistungstraining anerkannt werden. Dies liegt zum Teil daran, dass die kognitive Neurowissenschaft in den letzten Jahrzehnten einen enormen Aufschwung erlebt hat. Doch auch technologische Fortschritte haben unbestreitbar einen großen Einfluss gehabt und effektive Trainingstechnologien für Trainer und Athleten zugänglich gemacht. NeuroTracker ist hierfür ein treffendes Beispiel, ebenso wie die Tools, die ich im Baseball und Softball für das Training von Sichtbehinderungen und Wurferkennung einsetze. Diese Techniken zwingen Athleten, präzisere Entscheidungen zu treffen, indem sie ihnen helfen, das Geschehen auf dem Spielfeld effizienter wahrzunehmen.

Das Spektrum der kognitiven Leistungsfähigkeit

In diesem Bereich lassen sich zahlreiche Fähigkeiten trainieren. Erstens die Fähigkeit, mehr Sinnesinformationen wahrzunehmen und zu verarbeiten, um ein besseres Situationsbewusstsein zu entwickeln. Zweitens die Verbesserung der Verarbeitungsgeschwindigkeit, um schneller handeln und reagieren zu können. Drittens die Verbesserung der Entscheidungsgenauigkeit und der Reaktionskontrolle für ein geschärftes Spielverständnis. Und viertens die Fähigkeit, Aktionen präziser und effizienter auszuführen und kritische Fehler zu vermeiden.

Zusammengenommen handelt es sich um Fähigkeiten, die im Wettkampf enormen Belastungen ausgesetzt sind. Daher kann jeder Athlet, unabhängig von seinem Leistungsniveau, von einer Verbesserung dieser Fähigkeiten profitieren.

Das nächste Leistungsparadigma

So wie Kraft- und Konditionstraining viele Jahre brauchte, um als fester Bestandteil der meisten Sportprogramme anerkannt zu werden – obwohl sein Nutzen von Sportwissenschaftlern schon viel früher erkannt worden war –, rückt nun auch das kognitive Training in den Vordergrund. Mein Co-Autor Dan Peterson und ich verwenden den Begriff „Spielmacher“, um jene Art von Athleten zu bezeichnen, die unter Druck Höchstleistungen erbringen und diese präzise umsetzen können. Viele glauben zwar, dass Athleten wie Sydney Crosby, Lionel Messi, Joey Votto, Tom Brady und Stephen Curry einfach nur Talent haben, doch das stimmt nicht unbedingt. Jahrelanges Training, gepaart mit der richtigen Denkweise und den richtigen Erfahrungen, können diese herausragenden Fähigkeiten zur Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung entwickeln.

Betrachtet man die Gesamtleistung eines Athleten in Bezug auf physische, technische, taktische und kognitive Fähigkeiten, wird deutlich, dass sich die sportliche Leistung durch kognitives Training verbessern lässt. So deckte der Sportjournalist David Epstein beispielsweise die Rolle kognitiver Systeme im Ausdauerbereich auf. Dabei existieren Hirnmechanismen, die physische Reserven freisetzen können, die über die normalen körperlichen Möglichkeiten hinausgehen.

Einen strukturierten Ansatz wählen

Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht darin, darauf zu warten, dass diese Fähigkeiten sich beinahe von selbst entwickeln, sondern vielmehr darin, die Spielmacherfähigkeiten systematisch mit den neuesten Techniken zu trainieren. Die meisten Profitrainer wissen um die Bedeutung dieses Ansatzes, sind sich aber in der Regel nicht der besten und aktuellsten Methoden zur Schulung des Denksystems bewusst.

Aus meiner Erfahrung mit zahlreichen Profiteams verschiedener Sportarten weiß ich, dass Trainer oft frustriert sind, weil sie ihren Athleten zu schnellerem Denken und präziserem Handeln verhelfen wollen. Wenn sie diese Fähigkeiten jedoch durch gezieltes Training vermitteln können, verstehen sie es allmählich. Dadurch reifen sie als Trainer und erkennen den zusätzlichen Nutzen

Aus meiner Erfahrung als Leiter der Sportwissenschaft bei den Vancouver Canucks weiß ich, dass die Ergebnisse des NeuroTracker Tests nahezu direkt mit der Entscheidungsgenauigkeit auf dem Eis korrelierten. Das überraschte Trainer und Scouts gleichermaßen. Man kann sich vorstellen, wie wertvoll solche Messungen für die Talentförderung sind. Darüber hinaus helfen sie dabei, Trainingsprogramme individuell anzupassen und optimal auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Athleten abzustimmen.

Ausbildung von Profisportlern

Meine Mission ist es, solchen Trainern zu vermitteln, dass sie stets nach Möglichkeiten suchen sollten, die Wahrnehmungs- und Entscheidungssysteme von Athleten zu trainieren. Damit einhergehend liefert das Training wertvolle Daten zur kognitiven Dimension der Leistungsfähigkeit, die üblicherweise verborgen bleibt.

Dan Peterson und ich planen, Workshops in Nordamerika und weltweit anzubieten, in denen Trainer und Athleten konkrete Wege finden können, um wichtige perzeptiv-kognitive Fähigkeiten zu trainieren.

Wenn Sie mehr über den perzeptiv-kognitiven Ansatz im kognitiven Training erfahren möchten, dann besuchen Sie meine und Dan Petersons Website „80% Mental“, die darauf ausgerichtet ist, Teams bei der Entwicklung ihrer Athletenkognition zu unterstützen.

http://www.80percentmental.com/

Mein Buch „The Playmaker's Advantage“ finden Sie ebenfalls hier.

http://www.simonandschuster.com/books/The-Playmakers-Advantage/Leonard-Zaichkowsky/9781501181863

Sie können auch eine Rezension des Buches vom NeuroTracker -Team lesen.

Der Vorteil des Spielmachers

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