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Wir alle verbringen mehr Zeit vor Bildschirmen als je zuvor. Inmitten der aktuellen Pandemie haben die meisten von uns ihre Schul- oder Arbeitsroutinen angepasst und verbringen nun deutlich mehr Zeit vor Bildschirmen. Ob Computer, Tablet oder Smartphone – diese erhöhte Bildschirmzeit kann Ihrer Sehkraft schaden. Als Augenspezialistin möchte ich Ihnen meine drei besten Tipps geben, wie Sie Ihre Sehkraft beim Lernen oder Arbeiten im Homeoffice erhalten können.

1. Visuelle Hygiene beachten

Mein erster Tipp: Achten Sie auf die richtige Augenhygiene! Ja, genau wie bei unseren anderen Körperteilen brauchen auch unsere Augen die richtige Pflege. Augenhygiene bedeutet im Wesentlichen, wie wir unsere Augen benutzen. Unser Fokussiersystem stammt aus der Zeit, als wir hauptsächlich Jäger und Sammler waren. Es ermöglichte uns, in die Ferne scharf zu sehen, um Nahrung zu finden. Unsere Gesellschaft hat sich stark weiterentwickelt, und unsere visuelle Welt hat sich nun sowohl in den Innenraum als auch in die Nähe verlagert.

Dies erfordert viel zusätzliche Arbeit für unsere Augenmuskeln. Immer wenn wir ein nahes Objekt betrachten, müssen sich unsere Augenmuskeln anspannen und die Fokussierung während der gesamten Aufgabe aufrechterhalten. Das kann sehr anstrengend für unsere Augenmuskeln sein! Es bedeutet auch, dass sie sich manchmal nur schwer entspannen können, wenn wir schließlich wieder in die Ferne blicken, was nach längerer Computerarbeit oder beim Lesen zu verschwommenem Sehen führen kann. Das Computer-Vision-Syndrom kann auftreten, wenn unser Fokussierungssystem mit unseren visuellen Anforderungen nicht mithalten kann. Es führt zu Symptomen wie Augenbelastung, Kopfschmerzen, verschwommenem Sehen, trockenen Augen und Nacken-/Schulterschmerzen. Hier sind zwei Regeln für die Augenhygiene, die helfen können, das Computer-Vision-Syndrom zu lindern:

Die erste Regel ist die 20/20/20-Regel: Sie besagt, dass man nach jeweils 20 Minuten Naharbeit den Blick für 20 Sekunden auf einen Punkt in etwa 6 Metern Entfernung richten sollte. Auch wenn das nach einer kurzen Pause klingt, kann sie Wunder für die Konzentrationsfähigkeit bewirken! Indem man einfach den Blick vom Bildschirm abwendet und in die Ferne schweift, können sich die Augenmuskeln entspannen. Diese häufigen, kurzen Pausen können die visuelle Ausdauer deutlich verbessern und es ermöglichen, mehr Arbeit effizienter zu erledigen.

Die zweite Regel lautet: Nach jeder Stunde Bildschirmarbeit sollten Sie eine fünfminütige Pause einlegen und sich bewegen. Diese etwas längere Pause dient dazu, den Bildschirm beiseite zu legen. Gönnen Sie Ihren Augen eine Auszeit und Ihrem Körper und Geist eine Pause. Gehen Sie kurz im Raum umher, holen Sie sich einen Snack, trinken Sie etwas zu trinken und sammeln Sie neue Energie. Diese kurze Pause ermöglicht es Ihnen, Ihre Bildschirmzeit zu verlängern, da Ihr Sehvermögen nicht vollständig überlastet wird.

2. Tragen Sie eine geeignete Brille

Mein zweiter Tipp: Denken Sie an eine Brille. Wenn Sie bereits wissen, dass Sie eine Brille benötigen, achten Sie darauf, dass Sie die richtige Korrektur für Ihren Bildschirmarbeitsabstand tragen. Manchmal ist dafür eine separate Computerbrille nötig ,da wir oft in einem mittleren Abstand arbeiten, der nicht so nah ist wie unser Leseabstand.

Falls Sie noch keine Brille tragen, empfehle ich Ihnen dringend eine grundlegende Augenuntersuchung. Ihr Optiker kann Ihnen verschiedene Brillenmodelle vorstellen. Manchmal verschreibe ich auch Kindern eine leichte Computerbrille, die als „Anti-Ermüdungsbrille“ die Augenbelastung reduziert. Entspiegelungsbeschichtungen können ebenfalls hilfreich sein, um die Spiegelungen auf Bildschirmen zu minimieren.

Eine weitere neuere Technologie sind Blaulichtfilterbrillen. Sie filtern das blaue Licht unserer Bildschirme, können die digitale Augenbelastung reduzieren und die negativen Auswirkungen von blauem Licht verringern. Die gravierendste Nebenwirkung von blauem Licht ist die Störung unseres zirkadianen Rhythmus. Die Nutzung von Bildschirmen am späten Nachmittag oder Abend kann unseren Schlafrhythmus durcheinanderbringen und unserem Gehirn vorgaukeln, es sei Tag

3. Sich mit der realen Welt auseinandersetzen

Mein dritter und letzter Tipp: Verbringen Sie regelmäßig Zeit im Freien. Ich bin ein großer Verfechter eines ausgeglichenen Tagesablaufs. Um der zunehmenden Bildschirmzeit entgegenzuwirken, ist es unerlässlich, dass wir uns im Freien aufhalten, insbesondere für unsere Kinder. Draußen können sich unsere Augen vollständig entspannen und in die Ferne sehen. Außerdem tanken wir tagsüber ausreichend blaues Licht von der Sonne (nicht jedes blaue Licht ist schlecht!). Studien haben gezeigt, dass Aufenthalte im Freien das Risiko, Kurzsichtigkeit , um bis zu 30 % senken können!

Es ist wichtig zu beachten, dass wir einen Großteil unseres Tages vor Bildschirmen verbringen. So verbringt ein durchschnittlicher Erwachsener beispielsweise über drei Stunden täglich allein mit dem Blick auf sein Smartphone. Abgesehen vom Lernen und Arbeiten aus der Ferne dienten Bildschirme während der gesamten Pandemie auch der Unterhaltung und der sozialen Interaktion. Es ist gesund – nicht nur für unsere Augen, sondern auch für unser Gehirn –, ab und zu eine Pause von den Bildschirmen einzulegen, frische Luft zu schnappen und sich zu bewegen.

Angesichts der aktuellen Anforderungen an unsere Kinder und uns selbst ist es unmöglich, Bildschirme zu vermeiden. Mit diesen Tipps können Sie sicherstellen, dass Sie Ihre Augen und Ihr Sehvermögen bei der Bildschirmarbeit optimal schützen.

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