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Lange Zeit ging man davon aus, dass die Gehirnzellen, mit denen man geboren wird, der einzige Vorrat für das ganze Leben sind. Jegliche Veränderungen im Gehirn wurden allein der Neuroplastizität – der Anpassung neuronaler Netzwerke durch neue Verbindungen oder das Ausdünnen bestehender Zellen. Eine relativ moderne Erkenntnis der Neurowissenschaften ist jedoch, dass neue Gehirnzellen gebildet werden, ein Prozess namens Neurogenese. Dieser Prozess findet sogar im hohen Alter statt.

Ähnlich wie beim neuronalen Pruningsterben neu gebildete Neuronen ab, wenn sie nicht genutzt werden. Werden sie jedoch in anstrengende Lernprozesse oder Aktivitäten eingebunden, die über einen längeren Zeitraum Konzentration erfordern, können sie langfristig erhalten bleiben. Dies unterstreicht die Bedeutung des Lernens für die Entwicklung unseres Gehirns während unseres gesamten Lebens.

Nur wenige wissen, dass neue Neuronen im Gehirn von Erwachsenen plastischer sind und eine höhere Erregbarkeit aufweisen. Daher wird angenommen, dass sie eine besondere Rolle bei der Verbesserung der Ergebnisse kognitiver Rehabilitationsmaßnahmen nach Erkrankungen wie Hirnverletzungen oder Schlaganfällen spielen können.

Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die Neurogenese von unserem Lebensstil beeinflusst wird. Tatsächlich werden derzeit viele Möglichkeiten entdeckt, das Wachstum neuer Neuronen zu fördern. Schauen wir uns fünf davon genauer an.

1. Eine angereicherte Umgebung

Aktivitäten wie das Erlernen neuer Fähigkeiten, Reisen, Sprachenlernen, das Knüpfen neuer oder vertiefter sozialer Kontakte und das Annehmen intellektueller Herausforderungen regen die Neurogenese an. Es geht darum, die eigene Komfortzone zu verlassen, Neues zu erleben und sich regelmäßig geistig herauszufordern.

Dieser Ansatz, neue Erfahrungen zu sammeln und sich neuen Herausforderungen zu stellen, ist entscheidend, denn er regt nicht nur das Wachstum neuer Neuronen an, sondern sorgt auch dafür, dass diese neuen Gehirnzellen langfristig erhalten bleiben. Zu einer anregenden Umgebung gehören auch einfache Dinge wie guter Schlaf, der hilft, das Gehirn von Giftstoffen zu befreien, und Sonnenlicht, das die Produktion von Vitamin D und Wachstumshormonen anregt.

2. Übung

Bewegung gilt als Allheilmittel für die Gesundheit und hat bedeutende Auswirkungen sowohl auf das Gehirn als auch auf den Körper.

Aerobe Aktivitäten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen und sogar Sex sind effektive Methoden, die Neurogenese anzukurbeln. Ziel ist es, den Puls regelmäßig für mehr als 20 Minuten zu beschleunigen. In diesem Zustand steigt der Spiegel verschiedener Wachstumshormone im Gehirn.

Darüber hinaus tragen erhöhte Endorphine zur Stressreduktion bei, was sich negativ auf die Neurogenese auswirken kann.

3. Ernährung

Wir sind, was wir essen, und ohne die richtigen biologischen Bausteine ​​kann der Körper keine neuen Zellen effizient bilden. In einem kürzlich erschienenen Blogbeitrag haben wir uns mit Superfoods für das Gehirn . Entscheidend ist der Verzehr der richtigen Fette, da diese 60 % der Bausteine ​​des Gehirns ausmachen. Omega-3-Fettsäuren sind besonders wichtig für die Neurogenese.

Etwas kontraintuitiv gibt es auch Hinweise darauf , dass vorübergehendes Fasten oder Kalorienrestriktion aufgrund einer Überlebensreaktion ein verstärktes Wachstum von Neuronen auslöst.

4. Psychoaktive Substanzen

Obwohl die meisten psychoaktiven Substanzen in der Öffentlichkeit verboten sind, besteht aus medizinischer Sicht Interesse an ihrer Anwendung zur Behandlung kognitiver Störungen oder Erkrankungen. Psilocybin (auch bekannt als Zauberpilze) fördert nachweislich die Neurogenese, Cannabisscheint Auch die Neuroplastizität zu erhöhen. Andere, traditionellere Substanzen wie Ketamin (ein mildes Anästhetikum) und Ibogain (aus einer Baumwurzel) zeigen ebenfalls vielversprechende Ansätze zur Steigerung der Neurogenese.

Bestimmte Formen von Antidepressiva können ebenfalls hilfreich sein, jedoch ist weitere Forschung erforderlich.

5. Meditation

In einem anderen kürzlich erschienenen Blogbeitrag haben wir außerdem aufgezeigt, dass zahlreiche Studien erhöht das Volumen des Hippocampusund Melatoninspiegel .

Es ist außerdem bekannt, dass es Stress, Angstzustände und Depressionen wirksam verringert – alles Faktoren, die das Wachstum neuer Neuronen einschränken können.

Die Neurowissenschaften erforschen derzeit intensiv, wie sich das Gehirn durch die Bildung neuer Gehirnzellen ein Leben lang anpassen kann. Es ist wahrscheinlich, dass in diesem neuen Forschungsgebiet in den kommenden Jahren noch viele weitere Erkenntnisse gewonnen werden. Was wir aber bereits wissen, ist, dass es zahlreiche praktische Strategien zur Verbesserung der Gehirnfunktion und -gesundheit mit langfristigen Vorteilen gibt.

Wenn Sie mehr über das faszinierende Gebiet der Neurowissenschaften erfahren möchten, besuchen Sie diesen Blog.

5 Gründe, warum die Neurowissenschaften so faszinierend sind

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